Leutkirch

Sonne satt in Leutkirch

Die Gemeinde Leutkirch beherbergt den zweitgrößten Solarpark Baden-Württembergs.

 

Auf einem ehemaligen Kiesabbaugebiet, neben der A96 erzeugen 20.079 Module auf einer Fläche von zehn Hektar (16 Fußballfelder) jährlich rund fünf Millionen Kilowattstunden Strom - dies entspricht dem Jahresverbrauch von etwa 1.500 Haushalten. Die CO2-Einsparung liegt bei jährlich 2.800 Tonnen.

 

An dem Projekt beteiligt sind die Stadt Leutkirch, die EnBW, der Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW) und die Energiegenossenschaft Leutkirch.

Historischer Bürgerbahnhof

Über eine Million Euro haben Leutkircher Bürger mit viel Engagement zusammengelegt, um ihren maroden Bahnhof zu kaufen und zu sanieren. Jahrelang stand das Gebäude leer, der Putz bröckelte von den Wänden, Regen drang durch die kaputten Fenster. Durch das Engagement der Einwohner ist das über 125 Jahre alte Wahrzeichen der Stadt jetzt wieder ein Schmuckstück mit einem Restaurant und regionalen Unternehmen. Unter dem Dach informiert ein Besucher-zentrum über das Thema „Nachhaltige Stadt“.

Brauerei Härle

Brauerei Clemens Härle: seit 01. Januar 2009 zu 100 Prozent klimaneutral Auf ihrem Weg zu einem möglichst ökologisch ausgerichteten Unternehmen hat die Brauerei Clemens Härle einen wichtigen Meilenstein erreicht: seit 01. Januar 2009 werden alle Härle-Biere wie auch das biologische Erfrischungsgetränk „SeeZüngle“ ausschließlich mit erneuerbaren Energien gebraut. Bereits vor 15 Jahren hat die Leutkircher Brauerei – als eines der ersten Unternehmen in der Braubranche – eine ausführliche Ökobilanz erstellt und veröffentlicht. Auf der Grundlage der darin erhobenen Daten und einer eingehenden Analyse des Energie- und Umweltverbrauchs im gesamten Brauprozess wurde ein Konzept zur schrittweisen Umstellung des gesamten Betriebes auf regenerative Energieträger entwickelt. Die erste Maßnahme: Die Einführung von Biodiesel. Seit 1998 wird der gesamte Fuhrpark – zwölf Lkws und vier Pkws – mit dem regenerativen Treibstoff aus Raps- und Sonnenblumenöl an der hauseigenen Zapfsäule betankt. Bei einem jährlichen Verbrauch von ca. 45.000 Liter liegt die damit verbundene Einsparung an klimaschädlichem CO² bei ca. 143 Tonnen. So konnten durch diese Umstellung von Mineral- auf Biodiesel bereits 17% des gesamten betrieblichen Ausstoßes an Treibhausgasen neutralisiert werden. Besonderen Wert legt die Brauerei dabei auf die Herkunft des alternativen Treibstoffs: Die eingesetzten Pflanzenöle werden ausschließlich in Deutschland erzeugt und veredelt, obwohl dies häufig mit Mehrkosten verbunden ist, die Ökobilanz von Biodiesel jedoch verbessert. Außerdem steht der Anbau der eingesetzten Energiepflanzen nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Den zweiten – und quantitativ größten – Schritt in Richtung Klimaschutz vollzog die Brauerei im Sommer 2008. In dreimonatiger Bauzeit wurde eine Feuerungsanlage für Holzhackschnitzel errichtet, die die gesamte Brauerei mit Wärme und Prozeßenergie versorgt. Die Anlage mit einer Kapazität von knapp 800 KW – dies entspricht dem Wärmebedarf von ca. 80 Einfamilienhäusern – ersetzt die bisherige Ölfeuerung mit einem jährlichen Verbrauch von ca. 120.000 Liter Heizöl. Damit wird der jährliche Ausstoß an klimaschädlichem Kohlendioxid um weitere 350 Tonnen reduziert. Verbrannt werden in der neuen Holzfeuerung naturbelassene Wald-Hackschnitzel aus der Region Oberschwaben-Allgäu, die der Maschinenring Leutkirch im Rahmen - 2 - eines langfristigen Liefervertrags aufbereitet und an die Brauerei verkauft. „Die Umstellung auf Hackschnitzel aus unserer Region ergänzt auf ideale Weise unser konsequent regionales Unternehmenskonzept“, so Geschäftsführer und Mitinhaber Gottfried Härle. „Statt Putin und die Ölscheichs profitieren nun die Allgäuer Bauern von unserem Energiebedarf.“ Wesentlicher Bestandteil der neuen Feuerungsanlage, die mit einem Investitionsvolumen von ca. 750.000 Euro verbunden war, ist ein moderner Elektrofilter, den die Brauerei freiwillig und ohne gesetzliche Auflage installierte. Mit dieser Technologie, die die Anlagenkosten um über 10% erhöhte, wird der gesetzliche Grenzwert für Feinstaubemissionen um rund 80% unterschritten. Gottfried Härle: „Aus Rücksicht auf unsere Nachbarn und aufgrund der Lage unserer Brauerei im Stadtgebiet war es für uns selbstverständlich, dass wir bei der Abgasreinigung – unabhängig von gesetzlichen Vorschriften – auf den modernsten Stand der Technik setzen, auch wenn dies mit erheblichen Mehrkosten verbunden ist.“ Diese Mehrkosten wurden übrigens auch nicht aus öffentlichen Mitteln bezuschusst: die gesamte Holzfeuerungsanlage wurde ohne staatliche Fördergelder realisiert. Neben der Brauerei werden im Rahmen eines kleinen Nahwärmenetzes noch fünf weitere Gebäude am Rande des Betriebsgeländes von der neuen Holzfeuerungs-anlage mit Wärme versorgt – darunter auch der Brauereigasthof zum Mohren. Durch den Ersatz der bisherigen Erdgasheizungen in diesen Gebäuden erhöht sich die jährliche Einsparung an klimaschädlichem CO² um ca. weitere 100 Tonnen. Die letzte große Maßnahme auf dem Weg zum 100% klimaneutralen Unternehmen wurde am 01. Januar 2009 umgesetzt: Seit diesem Tag bezieht die Brauerei ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energiequellen – also aus Wasser, Sonne und Wind. Lieferant dieses Ökostroms ist die Naturstrom AG aus Düsseldorf, die als erstes Unternehmen bereits 1999 mit dem Gütesiegel der Kategorie „Gold“ von namhaften Umweltverbänden ausgezeichnet wurde und keinen Strom mit den fragwürdigen RECS-Zertifikaten vertreibt. Außerdem betreibt die Brauerei auf ihrem eigenen Betriebsgelände drei größere Photovoltaikanlagen, mit denen ca. 12% des betrieblichen Strombedarfs erzeugt werden. Der Bezug von Ökostrom führt zu einer weiteren Vermeidung von klimaschädlichen CO²-Emissionen in Höhe von rund 325 Tonnen pro Jahr, so dass im Rahmen der Gesamtumstellung des Brauereibetriebs auf erneuerbare Energien unser Klima jährlich um ca. 900 Tonnen Kohlendioxid entlastet wird. Nach eingehenden Recherchen ist die Leutkircher Brauerei Clemens Härle die erste Brauerei in Deutschland, die zu 100% - vom Brauprozess bis zum Fuhrpark – mit regenerativen Energien betrieben wird.