In der Energieeinsparverordnung (EnEV) ist der Jahresprimärenergiebedarf die entscheidende Größe zur Klassifizierung eines Energiesparhauses. Dabei handelt es sich um den Wärmebedarf für Heizung und Warmwasser unter Berücksichtigung der Heizungsverluste (inklusive Verluste an Leitungen und Armaturen) sowie Verluste bei der Energieerzeugung (Bohrloch, Kraftwerk).
Nachdem die EnEV am 1. Oktober 2009 um rund 30 Prozent verschärft worden ist, gibt es neue Bezeichnungen für besonders energieeffiziente Häuser.
KfW-Effizienzhäuser 70, 55 und 40
Energieeffiziente Häuser laufen unter dem Begriff KfW-Effizienzhaus 70 (Jahresprimärenergiebedarf 30 Prozent unter EnEV) oder noch besser, KfW-Energieeffizienz-Haus 55 (Jahresprimärenergiebedarf 45 Prozent unter EnEV) und KfW-Energieeffizienzhäuser 40 (Jahresprimärenergiebedarf 60 Prozent unter EnEV). Am wenigsten Energie benötigen Passivhäuser. Besonders maßgeblich ist wärmebrückenfreies Bauen und eine effiziente Anlagentechnik.
Höhere Baukosten können sich je nach Bauweise durch die jährlich eingesparten Energiekosten und durch zinsverbilligte Darlehen schon innerhalb des Finanzierungsraumes amortisieren.
Gefühlter Komfort
Neben den Einsparungen ist ein wesentlicher Vorteil der gefühlte Komfort in den Wohnräumen. Er entsteht durch eine hohe und gleichmäßige Oberflächentemperatur an Wänden und Fenstern.
Passivhausstandard
Beim Passivhaus werden durch eine sehr gute Dämmung optimale und gleichmäßige Oberflächentemperaturen erreicht. Ein Passivhaus hate einen heizwärmebedarf von weniger als 15 KWh/m2. Bei diesen Gebäuden ist die kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung ein charakteristisches Merkmal. Bei Versionen mit einer Wärmepumpe wird der Abluft Wärme entzogen und das Gebäude über die Luft beheizt Durch die eingebauten Filter bringt die Anlage nicht nur frische, sondern auch saubere Luft in die Wohn-räume. Vor allem Allergiker werden dadurch entlastet, weil Pollen und Staub größtenteils herausgefiltert werden.
Null-Energiehaus und Plus-Energiehaus
Das Haus der Zukunft benötigt keine externen Energiequellen. Sonnenkollektoren und Fotovoltaik-anlage auf dem Dach fangen genügend Sonnenenergie ein, um den gesamten Wärme- und Strom-bedarf abzudecken. Der Bauplan des Hauses orientiert sich am Lauf der Sonne. Reicht die Kraft der Sonne nicht aus, springt die Anlage zur Wärmerückgewinnung ein. Aufbereitetes Regenwasser deckt den Wasserbedarf.
Technisch möglich sind Null-Energiehäuser, wie Modellprojekte zeigen. Darunter sind sogar solche Häuser, die mehr Energie erzeugen, als sie selbst brauchen: Man spricht dann vom Plusenergiehaus.