Heizung/Solar


Die Wahl des Heizungssystems richtet sich nicht nur nach dem eigenen Geschmack, sondern orientiert sich auch an den baulichen Gegebenheiten und den Möglichkeiten der Energieversorgung vor Ort. Beim Heizungswechsel im Rahmen einer Sanierung und beim Neubau ist es unerlässlich auf die Energieeffizienz zu achten, nicht nur aus Kosten-, sondern auch aus Umweltschutzgründen. Eine Vielzahl erprobter und ausgereifter Technologien ist am Markt.

Holz – die Energie vor der Haustür

Die Verfeuerung von Biomasse bietet sich im Süden Deutschlands - bedingt durch den Waldreichtum - in Form von Pellets, Hackschnitzel oder Stückholz an. Pelletsware muss einer bestimmten Norm entsprechen. Eine trockene Lagerung in einem entsprechend dimensionierten Raum sollte gewährleistet sein. Die Anlagentechnik für die Verbrennung der CO2-neutralen Biomasse ist ausgereift.
Preisschwankungen für Holz hängen unter anderem ab vom Aufkommen von Schad- oder Sturmholz und von den steigenden Preisen für fossile Energie. Vor dem Einbau einer Holzheizung sollte man sich über den Stand der gesetzlichen Bestimmungen zum Thema Feinstaub informieren.

Sonnenenergie – ein Geschenk des Himmels

Nahezu 2000 Sonnenstunden in der südlichen Region Deutschlands sprechen für Solartechnik. Solarkollektoren und Röhrenkollektoren eignen
sich nicht nur zur Heizungsunterstützung, sondern können auch in Verbindung mit einer geeigneten Anlagentechnik zur Warmwasserbereitung genutzt werden. Bis zu 60 Prozent des Warmwasserbedarfs kann in süddeutschen Breiten über Solarthermie gedeckt werden. Meist wird eine Anlage in einer Größe so ausgelegt, dass sie von Mai bis September den Warmwasserbedarf ganz decken kann. Dabei müssen Kollektoren nicht immer auf dem Dach angebracht werden. Auch unbeschattete Balustraden oder Fassaden eignen sich.

Wärmepumpe – heizt und kühlt

Wärmepumpen nutzen die im Erdreich, im Grundwasser oder ind der Umgebungsluft gespeicherte Sonnenwärme und geben diese an den Heizkreislauf oder das Warmwasser ab. Am effizientesten sind Erdwärmepumpen. Der Grund: Das Erdreich weist auch im Winter relativ konstante Temperaturen auf, im Gegensatz zur Außenluft. Wo Erdwärme in der Region Bodensee-Oberschwaben nutzbar ist, zeigt die Potenzialerhebung des Regionalverbandes.
Wärmepumpenheizungen eignen sich besonders für energieeffiziente Neubauten. Ein niedriger Heizwärmebedarf durch eine optimale Wärmedämmung und eine Wärmeverteilung auf niedrigem Temperaturniveau, etwa bei einer Fußboden- oder Wandflächenheizung sind gute Voraussetzungen für einen sparsamen Einsatz.
Bei der Nutzung der Erdwärme entstehen durch die Erdbohrungen hohe Kosten. Andererseits benötigen Wärmepumpen im eigenen Haus keinen Lagerraum und die Technologie ist relativ wartungsarm. Wegen der niedrigeren Vorlauftemperatur funktionieren Wärmepumpen nur mit Verteilsystemen wie etwa mit Fußbodenheizung energieeffizient. Es sind auch Wärmepumpen im Handel, die mit Gasmotor betrieben werden. Außerdem eignet sich die Technik zum Kühlen der Wohnräume im Sommer.

Brennwerttechnik – ausgereift und sparsam

Die Brennwerttechnik zeichnet sich durch eine hohe Effizienz aus. Die Technik ist ausgereift. Der bei der Verbrennung von Öl oder Gas entstehende Wasserdampf wird aus dem Abgas nochmals zur Wärmegewinnung genutzt. Dadurch steigt der Wirkungsgrad deutlich. Bei Öl um ca. sechs Prozent, bei Erdgas um elf Prozent. Ölbrenner können unter Umständen auch mit Rapsöl oder einem Bio-Mix-Kraftstoff betrieben werden. Der Hausbesitzer wird bei der Wahl der Heizung immer auch die bisherige Anlagenart berücksichtigen. Wurde zum Beispiel vorher mit Öl geheizt, kann weiterhin der Öltank genutzt werden.

Energieeinsparverordnung 2009 – EnEV 2009

Seit dem 1. Oktober 2009 ist die neue EnEV 2009 in Kraft. Sie muss sowohl im Neubau als auch bei der Altbausanierung eingehalten werden. Beim Altbau gilt seither: bei Sanierungen von Außenbauteilen, bei denen mehr als zehn Prozent der entsprechenden Bestandteile defekt sind, muss das gesamte Bauteil energetisch saniert werden.

Erneuerbares-Wärmegesetz (EWärmeG)

Das Erneuerbare-Wärmegesetz (EWärmeG) vom Land Baden-Württemberg ist seit dem 1. Januar 2009 nur noch auf den Altbau Wohngebäude anzuwenden. Es beinhaltet, dass bei einem Heizungstausch nach dem 1. Januar 2010 zehn Prozent des jährlichen Wärmebedarfs (Heizung und Warmwasser) durch erneuerbare Energien zu decken sind. Ersatzweise muss die Gebäudehülle (Dach oder Wand) um 20 Prozent besser gedämmt werden, als die EnEV vorgibt.

Das Erneuerbare Energien Wärmegesetz (EEWärmeG) vom Bund gilt für Neubauten sowohl für Wohngebäude als auch für Nichtwohngebäude. Das Gesetz ist für alle Gebäude gültig, für die nach dem 1. Januar 2009 der Bauantrag gestellt wurde. Die Eigentümer von Wohn- und Nichtwohngebäuden müssen den Wärmeenergiebedarf durch die anteilige Nutzung von Erneuerbaren Energien decken, wie es in den §§ 5 und 6 des EEWärmeG geregelt ist.



Stückholz - gibt es zur
Genüge in Süddeutschland.




Pellets unterliegen einer Norm.




Solarthermieanlage am Balkon.




Fotovoltaik (links) und Solar-
thermie (rechts).



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