14.10.2010 - Einsparpotenzial für Sportvereine - Sportkreis Ravensburg und Energieagentur begeistern Ministerium mit Umweltprojekt

Ravensburg (end) - Die heiße Dusche in der Umkleidekabine läuft zu lange nach, die Heizung einer nicht genutzten Kabine dampft auf Hochtouren und das Vereinsheim verbraucht horrende Öl- oder Gasmengen, weil das Dach schlecht isoliert oder die Regelung falsch eingestellt ist. Auch wenn niemand gerne bewusst Energie verschwendet, so kommt in der Summe so einiges zusammen.

Allein im Bereich des Sportkreises Ravensburg gibt es 334 Sportvereine mit rund 100 000 Mitgliedern sowie 1000 Sportstätten und Liegenschaften. Und in dieser Zahl sind städtische und kommunale Einrichtungen noch gar nicht inbegriffen. Ein in Baden-Württemberg bislang einmaliges Projekt des Sportkreises und der Energieagentur soll jetzt helfen, wertvolle Energie, aber auch Rohstoffe wie Trinkwasser einzusparen. „Wir sehen das Potenzial, dass bis 2013 mehr als fünf Millionen Kilowattstunden Energie eingespart werden können“, erklärt Walter Göppel, Geschäftsführer der Energieagentur. Dass diese rund zehnprozentige Reduzierung an Energie und CO-Emission nicht aus der Luft gegriffen ist, zeigen die Erfahrungen, die regionale Kommunen bei der Teilnahme am „European Energy Award“ gemacht haben.

Das jetzige Projekt sieht vor, dass interessierte Vereine ein Vereinsmitglied zum Energiebeauftragen schulen lassen und die Gegebenheiten vor Ort auf den Prüfstand kommen. Rund 400 Euro würde pro Verein die Bestandsaufnahme kosten, doch Sportkreis-Vorsitzender Rainer Kapellen wartet am Montag mit einer erfreulichen Nachricht auf: „Das Umweltministerium hat unsere Aktion als Pilotprojekt anerkannt und fördert uns mit einem Beitrag, der Gänsehaut-Potenzial hat“, sagt Kapellen. 300 000 Euro hat das Land zugesichert, weitere 100 000 zur Refinanzierung der Projektkosten kommen über den Land- und Sportkreis sowie über einen Fonds der Kreissparkasse Ravensburg. Kapellen und Göppel sind überzeugt, dass schon mit einfachen Maßnahmen und dem Erfahrungsaustausch zwischen den Energiebeauftragen die Vereinskasse deutlich entlastet werden kann.

Das bis 2013 terminierte Projekt reicht allerdings noch tiefer: Investiert der Verein in die Energieeffizienz mit konkreten Baumaßnahmen, fördert das Land mit einem speziellen Programm „Klimaschutz Plus für Vereine“ bei Projekten bis 50 000 Euro bis zu 40 Prozent der Kosten. „Dazu winkt noch ein Zuschuss des Württembergischen Landessportbundes von weiteren 30 Prozent“, informiert Sportkreisvorsitzender Rainer Kapellen. „Das ist eine einmalige Chance für unsere Vereine“, sagt Kapellen, der davon überzeugt ist, dass das Pilotprojekt dann im ganzen Land Schule machen wird.

Auftaktveranstaltung für interessierte Vereine ist am 2. Dezember um 19 Uhr in der Kuppelnauschule in Ravensburg.

(Südkurier Ravensburg, 14. Oktober 2010)


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