19.10.2009 - Eine Feldstudie in Sachen Energie

News RAVENSBURG – Bei einer Führung informierten sich 20 Ökonomen aus verschiedenen Orden, wie sich in ihren Klöstern und Liegenschaften Energie sparen lässt. Walter Göppel (Geschäftsführer Energieagentur Ravensburg) und Frank Jehle (Leiter der Energieagentur Bodenseekreis) standen auf der Oberschwabenschau Rede und Antwort.

Die 20 Ordensbrüder kamen aus verschiedenen Orden aus der ganzen Republik zwischen Bayern und Münsterland. Bei ihrer jährlichen Tagung stand heuer im Kloster Reute das Thema Energie auf dem Programm. Zum Treffen gehörte dann auch eine Feldstudie in Sachen Energie bei der Energieagentur Ravensburg auf der Oberschwabenschau.

Für klösterliche Liegenschaften gelten oft dieselben Themenstellungen. Die kirchlichen Gebäude stehen häufig unter Denkmalschutz, was einer modernen Sanierung erschwerend gegenübersteht. So gibt es Einrichtungen, die im Jahr bis zu 400 000 Liter Heizöl benötigen, wie ein Besucher aus der Eifel erläuterte. Ähnlich hohe Zahlen wurden von anderen Einrichtungen bestätigt.
Nach der Führung durch Halle 2 mit der Sonderschau Energie interessierten sich die Patres zunächst, wie sie bei sich vor Ort an unabhängige Informationen gelangen. Und ob es ein solches Netz wie im Raum Bodensee-Oberschwaben auch anderswo gäbe. Laut Göppel ist im Nachbarland Bayern zum Beispiel eine solch flächendeckende Versorgung wie in Baden-Württemberg mit 26 Energieagenturen nicht gegeben. Göppel schilderte, dass eine unabhängige Energieberatung sich an der Gemeinnützigkeit einer Gesellschaft erkennen lässt. Auch Referenzbeispiele können Hinweise auf die Unabhängigkeit sein.

Nicht uninteressant auf der Suche nach energieeffizienten Lösungen sei auch der Erfahrungsaustausch und der Wissenstransfer - etwa zwischen den Teilnehmern -, aber auch die enge Zusammenarbeit mit der Kommune vor Ort und die Erkenntnisse aus Pilot- und Vorzeigeprojekten. Einige gute Beispiele konnten die Patres selber liefern, wie etwa der Einsatz von Hackschnitzelanlagen oder das Energiecontracting, das zum Beispiel die Abtei in Metten im Bayerischen Wald für sich nutzt, wie Pater Markus Haering (OSB) beim Besuch schilderte.

Energiefachmann Jehle war es im Gespräch wichtig darauf hinzuweisen, dass der Gesetzgeber für den Klimaschutz einerseits die Dichtigkeit von Gebäuden fordert, andererseits muss aber laut Gesetz auch der nötige Luftaustausch gewährleistet sein. Bei dichten Bauwerken sei dies jedoch nur noch über eine kontrollierte Lüftungsanlage möglich. Beim Nachbarn Vorarlberg seien solche Anlagen in neuen Häusern eine Selbstverständlichkeit. Im Süden Deutschlands nicht, wo die unbegründete Angst herrsche, dass sich zum Beispiel Schimmel über die Anlagen ausbreite.

Nach dem Austausch zu den Energiethemen wurden die Patres über den Grünen Pfad geführt und von den Landfrauen mit regionalen Leckereien verköstigt.

Anne Oschwald


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