19.09.2009 - Treffen für das Klima

RAVENSBURG/FRIEDRICHSHAFEN - Vor drei Jahren haben sich sieben Gemeinden im Bodenseekreis und in Oberschwaben entschlossen, am „European Energy Award“ teilzunehmen. Unter den Mitgliedern der ersten Stunde: Ravensburg und Friedrichshafen. Mittlerweile ist die Zahl der teilnehmenden Gemeinden aus der Region auf 24 angestiegen. Vertreter aus diesen Kommunen trafen sich im Ravensburger Rathaus, um ihre Erfahrungen auszutauschen.

In der kommenden Woche steht die Zertifizierung der beiden Städte Ravensburg und Friedrichshafen an. „An den Ergebnissen sieht man, dass die Energiepolitik in Ravensburg und Friedrichshafen nicht erst seit zwei Jahren betrieben wird, sondern schon davor“, sagte Walter Göppel, Geschäftsführer der Energieagentur Ravensburg. So seien in Ravensburg 70 Prozent der möglichen Punkte des Maßnahmen-kataloges und Friedrichshaben 62 Prozent erreicht worden. „Die Zertifizierung wird im kommenden Jahr weitergehen. 2011 steht dann wahrscheinlich die Rezertifizierung von Ravensburg und Friedrichshafen an“, erklärte Göppel.

Ein weiteres Projekt, an dem energiebewusste Kommunen aus den Kreisen Ravensburg, Bodensee und Sigmaringen teilnehmen können, ist Interreg IV „Energieeffizienzgemeinden“. „Das Regierungs-präsidium hat das Projekt vor einem Vierteljahr bewilligt“, erklärt der Geschäftsführer. Neben dem Wissenstransfer, den Netzwerken, der Projektentwicklung, dem Austausch und der Öffentlichkeitsarbeit gebe es für die teilnehmenden Kommunen eine 50-prozentige Förderung von Zusatzdienstleistungen. „Das heißt, wenn eine Kommune 5 000 Euro einzahlt, kann sie 10 000 Euro bekommen“, sagte er. Neben den Gemeinden Ravensburg, Vogt und Bad Waldsee nimmt nun auch Friedrichshafen an dem Projekt teil.

Als Gastrednerin referierte Birgit Schott vom Umweltamt Augsburg über den Klimaschutz in der drittgrößten Stadt Bayerns. Seit 2003 gibt es dort eine Abteilung für Klimaschutz, die für verschiedene Förderprogramme und Projekte zuständig und im Stadtplanungs-prozess eingebunden ist. „Klimaschutzrelevante Faktoren werden möglichst frühzeitig, bereits in den ersten Planungsschritten berücksichtigt“, berichtete sie. Für klimarelevante Entscheidungen werde ein Leitfaden zur Abwägung der Alternativen angewandt.
„Mittlerweile hat sich der Klimaschutz in der Stadtplanung ziemlich stark verankert und einen Identifikationsprozess ausgelöst“, erklärte Schott. So sei in Augsburg beispielsweise der Entwurf zur Bebauung einer ehemaligen Kasernenfläche noch einmal optimiert worden.

Südkurier: 19.9.2009


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