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16.10.2009 - Mengen beginnt mit Energie das Sparen
MENGEN - 1,2 Millionen Euro Bewirtschaftungskosten gibt die Stadt jedes Jahr für die Versorgung ihrer Einrichtungen mit Energie aus. Lässt sich hier etwas sparen? Die Stadt sagt Ja, und holt sich die Energieagentur als Ratgeber an Bord. Neben Einsparungen winkt der „European Energy Award“.Jahrzehntelang heizte die Stadt nicht nur die Ablachhalle, sondern auch kräftig die Atmosphäre: Durch das schlecht isolierten Dach entwich jährlich Wärme in Höhe von mindestens 14 000 Euro, wie dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung präsentiert wurde. Mit 400 000 Euro wird nun das Dach saniert. Das ist nur ein Beispiel dafür, warum sich die Stadt in den kommenden Jahren verstärkt dem Thema Energiesparen zuwenden wird.
Und auch dies soll auf dem effizientesten Weg geschehen - in einer begleiteten Analysephase mit anschließender Umsetzung. Drei Jahre Zeit hat sich Mengen dafür gegeben, 8 000 Euro steuert sie dem doppelt so teuren Projekt bei. Zuschüsse kommen von Landesebene.
Dabei soll es bei weitem um mehr gehen als nur das Zählen von eingesparten Cent. Richtig gemacht, soll das Energiesparprogramm wirtschaftlichen Schub für Gewerbebetriebe liefern und zugleich die Umwelt entlasten. Diplom-Ingenieur Ernst Selg von der Energie-agentur Sigmaringen macht deutlich, dass sich nicht nur die Kommunen zu diesem Thema Gedanken machen, sondern künftig auch mehr und mehr Handwerksbetriebe. „Es ist die Aufgabe der lokalen Energieagenturen, das Handwerk vor Ort zu unterstützen“, erläutert Selg.
Konkret werde dies mit dem nötigen Know-how rund um alle Techniken für Arbeiten zur energetischen Ertüchtigung von Einrichtungen geschehen. Am Ende stehe ein Zertifikat - und darauf werden auch zunehmend die Kommunen bei der Vergabe von Aufträgen achten, ist sich Bürgermeister Stefan Bubeck sicher, immer mit dem Hinweis, dass in den kommenden Jahren nicht nur bei den Kommunen, sondern auch bei den Handwerksbetrieben der Schwerpunkt auf der Sanierung bestehender Infrastruktur liegen werde.
Bubeck hatte bereits im Frühjahr die Bewerbung Mengens um den Energiepreis angeregt, der Gemeinderat trägt seit dem dieses Vorhaben mit. Gestern wurden im Rathaus die Verträge mit der Energieagentur unterzeichnet. Damit beginnt die erste Phase - die Bestandsaufnahme. In welchen städtischen Gebäuden und Anlagen steigt Wärme ungenutzt zum Himmel, wie kann verstärkt erneuerbare Energie genutzt, wo kann durch vorausschauendes Planen höhere Effizienz erreicht werden? Das Entwerfen einer Strategie baut auf dem Wissen der Beteiligten vor Ort auf. Deshalb setzt sich jede der europaweit an diesem Wettbewerb beteiligen 500 Kommunen selbst die Ziele, die sie erreichen möchte. Wie hoch damit ihr Anteil an den 500 zu erreichenden Punkten ist, wird im Rahmen eines Audits ermittelt.
Die Ergebnisse werden auch die Vergabe künftiger Fördergelder einfließen. Und noch einen anderen Effekt verspricht sich Bubeck: Die Stadt könne eine Vorbildrolle einnehmen, wenn es um sparsamen Verbrauch mit sauberer Energie gehe. Jeder Euro, der hier ausgegeben werde, löse das Achtfache an Investitionen aus, zitiert Kämmerer Anton Schedel Studien. So könne Sparen zu einem besonders effektiven Konjunkturprogramm werden.
Schwäbische Zeitung Mengen, 16.10.2009
