26.01.2009 - Energieforum stellt Förderkonzepte vor

RAVENSBURG - Das Energieforum hat die Messe „hausplus“ zum Anlass genommen, Konzepte und Fördermöglichkeiten vorzustellen. Hannelore Reinbold-Mench, Bürgermeisterin von Freiamt, zeigte, wie es ihrer Gemeinde gelang, von Energieabnehmern zu Energieproduzenten zu werden.

Oberbürgermeister Hermann Vogler sprach in seiner Begrüßung von der Notwendigkeit, das öffentliche Engagement mit dem privaten zu verbinden, um gemeinsam „in der ganzen Breite nach vorne zu kommen“. Er lobte die Energieagentur, die dabei geholfen habe, Ravensburg zu einer Energie-Spar-Stadt zu machen. Man werde sich gemeinsam bemühen, diesen Weg weiter zu gehen.

Rittmann bringt frohe Botschaft

Dr. Albrecht Rittmann vom Umweltministerium Baden-Württemberg war der Überbringer der guten Nachricht, dass der Bund „richtig viel Geld“ zu Verfügung stellt, um Investitionen zu fördern, die der Energieeffizienz dienen. Von 77 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Ausstoß pro Jahr allein in Baden-Württemberg müsse man auf 22 Millionen Tonnen reduzieren. Durch Energieeffizienz und die Gewinnung erneuerbarer Energien könne man nicht nur den Verbrauch fossiler Energien wie Erdöl und Erdgas einschränken, sondern auch den Kapitaltransfer, der Richtung Erdöl-Förderländer fließt, umlenken ins eigene Land.

Das Umweltministerium will auf verschiedenen Ebenen ansetzen, um dieses Ziel zu erreichen: So muss ab 1. Januar 2010 mindestens zehn Prozent der benötigten Energie eines Haushalts aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Für Altbauten verlängert sich die Frist, die Vorschrift kommt zum Tragen, sobald eine neue Heizungsanlage eingebaut wird.

Auf kommunaler Ebene soll das Energie-Management weiter ausgebaut werden, denn Energie-Einsparungen entlasten die kommunalen Haushalte um zehn bis 20 Prozent. Dazu trägt auch die Optimierung der Straßenbeleuchtung bei. Wie es einer Gemeinde gelingen kann, Energie zu erzeugen und ins Netz zu speisen, zeigte Hannelore Reinbold-Mench von der Gemeinde Freiamt im Schwarzwald. Freiamt liegt nördlich von Freiburg, hat 4300 Einwohner und besteht aus einer Reihe kleiner Weiler. Die Gemeinde ist inzwischen nicht nur unabhängig von Energieproduzenten, sondern speist selbst Strom ins Netz. Dazu tragen bei: vier Windräder, zwei Biogasanlagen, 160 Photovoltaik-Installationen, 75 Hackschnitzel-heizungen, eine Kraft-Wärme-Anlage und drei kleine Wasserkraftwerke. Der Verbrauch von Freiamt liegt bei 12 Millionen Kilowattstunden, die Produktion immerhin bei 16 Millionen. Das bedeutet einen satten Gewinn für die Bauern und die Gemeinde.

Welche Versuche in unserer Gegend unternommen werden, Energiekosten zu senken, zeigte anschließend Walter Göppel, Geschäftsführer der Energieagentur Ravensburg, unter anderem am Beispiel einer Biogasanlage in Eberhardzell. Das Vorbild Freiamt liegt für die Gemeinden in unserem Landkreis bislang leider noch in unerreichbarer Ferne. Aber das soll sich ändern.

Schwäbische Zeitung: 26.01.2009

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